"Ich biete meinem Krebs die Stirn" - 100 Jahre Zukunft

Birgid B., 69 Jahre, München

Ich ernährte mich ausgewogen, trieb Sport und hielt meine 52 bis 54 Kilo – bei einer Größe von 1,54 m. Vorsorgetermine waren immer selbstverständlich. Als es in meinem Bauch zog und drückte, dachte ich an Blasenentzündung und ließ Check-ups beim Urologen und Gynäkologen machen – ohne Ergebnis.

Ich ernährte mich ausgewogen, trieb Sport und hielt meine 52 bis 54 Kilo – bei einer Größe von 1,54 m. Vorsorgetermine waren immer selbstverständlich. Als es in meinem Bauch zog und drückte, dachte ich an Blasenentzündung und ließ Check-ups beim Urologen und Gynäkologen machen – ohne Ergebnis.

Erst als ich im Sommer 2012 vor einer geplanten Herzkatheter-Operation ein CT erhielt, entdeckte man ein bösartiges Geschwulst an den Eierstöcken, das sich um den Darm geschlungen hatte, ihn einschnürte und auch auf die Blase drückte. Die anschließende Operation zeigte, dass der gesamte Bauchraum und die Lymphknoten von Krebs befallen waren. Es wurden 20 cm Darm, das komplette Bauchfell und zwölf Lymphknoten entfernt. Die Ärzte schätzten meine Überlebenschancen auf null. Ihr einziges Angebot: Die Schmerzen auf der letzten Lebensstrecke lindern.

Aber ich wollte mich nicht unterkriegen lassen. Wenn ich leben wollte, musste ich dafür kämpfen mit Gottes Hilfe. Ich wollte alles versuchen – ich bestand auf einer Chemotherapie und einer Kombination aus Schulmedizin und Naturheilverfahren. So erhielt ich Infusionen mit verschiedenen Vitaminen sowie Hyperthermie. Eine Misteltherapie sorgte für die Stärkung meiner Abwehrkräfte. Die Chemo war hart. Ich magerte auf 41 Kilo ab, Haare und Wimpern fielen aus. Aber die begleitende Misteltherapie konnte die Nebenwirkungen abmildern, denn der Körper schüttet dann mehr Beta-Endorphine aus, die die Übelkeit lindern und gleichzeitig das Immunsystem stärken.

Gegen den Willen der Ärzte wollte ich, dass auch meine Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt werden – und behielt Recht: Im entnommenen Gewebe fanden sich wieder Krebszellen… (!)

Auf die innere Stimme hören und Achtsamkeit leben, das ist mir heute wichtig. Ich sorge heute für mehr Raum um mich herum, lasse mich nicht mehr so leicht von anderen vereinnahmen.